Apnoe

Die Geschichte des Apnoetauchens

Die Geschichte des Apnoetauchens

Das Wort „Apnoe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ohne Luft“. Früher war jeder Tauchgang „apnoe“, da man moderne Hilfsmittel wie Sauerstoffgeräte gar noch nicht kannte. Man hielt die Luft an, tauchte bis man den Drang zu Atmen verspürte und kehrte wieder an die Oberfläche zurück. Folglich lässt sich vermuten, dass man die ersten Apnoetaucher dort findet, wo der Mensch begonnen hat im Wasser zu tauchen. Archeologische Funde bestätigen diese These. Sie zeigen, dass bereits vor 4500 Jahren an den Küsten Japans Leute mit Apnoetauchen ihren Lebensunterhalt verdient haben, indem sie auf dem Grund des Ozeanes nach Muscheln und Essbarem tauchten.

Ebenfalls liegen Berichte aus der Antike vor, dass Freitaucher (=Apnoetaucher) beim Angriff auf Syracus (Sizilien) den Griechen geholfen haben die Unterwasserbarrieren, welche die Schiffe beschädigen sollten, zu durchqueren.

Anfangs dieses Jahrhunderts erfolgte eine entscheidende Wendung. Die ersten Sauerstoffgeräte wurden eingesetzt. Damit konnte länger getaucht werden. Dies barg natürlich etliche Vorteile, wodurch das Apnoetauchen mehr und mehr zu einer Sportart wurde, die nur noch von wenigen „Verrückten“ ausgeübt wurde.

Heute stehen den Apnoetauchern aber auch moderne technische Hilfsmittel zur Verfügung. Extra lange Tauchflossen, Bleischlitten, Taucherbrillen mit wenig Volumeninhalt, welche Augen und Nase umschliessen, ermöglichen immer erstaunlichere Leistungen.
1976 durchbricht Jaques Mayol als erster Mensch ohne zusätzlichen Sauerstoff die magische 100-Meter-Marke.

Heute messen sich Apnoetaucher weltweit in 11 verschiedenen Disziplinen (je nach Hilfsmittel und Tauchart) und noch immer werden Techniken und Hilfsmittel laufend verbessert.

Nicht vergessen darf man, dass das Apnoetauchen von einigen Völkern auch heute noch berufsmässig ausgeübt wird.

(Bild: Ich mit Jaques Mayol in Sardininen 1998 an der WM)

Mit Jaques Mayol in Sardininen 1998 an der WM

Amas - die tauchenden Frauen

Seit über 1500 Jahren tauchen an den Küsten Japans und Koreas täglich vor allem Frauen (Bild: Kotoya Motohashi) auf dem Meeresboden nach Nahrung. Dabei gibt es zwei Hauptgruppen der Taucherinnen.
Einerseits sind da die Cachidos, die bis zu 60 Mal in der Stunde aus eigener Kraft auf 6-18 Meter hinuntertauchen, andererseits die Funados, welche sich mit Hilfe eines Gewichts auf 18-25 Meter herabziehen lassen. Dort verweilen sie gut 30 Sekunden, bevor sie mit einem Seil an die Oberfläche zurückgezogen werden. Sie tauchen bis zu 30 Mal in der Stunde und bis zu vier Stunden an einem Tag. Durch das tägliche Leben unter Wasser haben sie sich an das Tauchen angepasst, was allerdings Generationen gedauert hat. Ihre Vitalkapazität (Differenz zwischen Total- und Residualvolumen der Lunge) ist extrem gross und ihre Pulsfrequenz sinkt unter Wasser auf 60-70% des normalen Wertes ab. Trotz der vielen Tauchgänge werden nur ganz selten Unfälle verzeichnet.

Amas - die tauchenden Frauen

Perlentaucher

Im Südpazifik tauchen auch heute noch Leute nach Perlen. Obwohl auch sie sich durch jahrelanges Tauchen an das „Leben“ unter Wasser gewöhnt haben, kommt es bei ihnen deutlich öfter zu Tauchunfällen. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die Taucher, vom Perlenwahn getrieben, viel zu oft und viel zu schnell bis auf 45 Meter hinuntertauchen ohne dabei die nötigen Pausen einzulegen. Die Folgen davon reichen von Schwindel und Übelkeit über Lähmungserscheinungen und Wahrnehmungsstörungen bis hin zum Tod.